10 Jahre Format Fröhlich Filmproduktion

2016 bis 2026. Zehn Jahre. Von Skate-Videos in Espelkamp bis zu Oscar-Produktionen, 33 Ländern und über 300 Projekten — ein ehrlicher Rückblick auf das, was ich in dieser Zeit gelernt habe.

Von Stephan Fröhlich, Gründer von formatfroehlich Juni 2026 10 Min. Lesezeit

Bevor formatfroehlich einen Namen hatte

Es fing mit einem Skateboard an. Mit 14 oder 15, irgendwann um 2002 oder 2003, begann ich, Skate-Videos für meine Crew in Espelkamp zu drehen. Nicht weil ich einen Plan hatte — sondern weil jemand die Kamera halten musste, und es stellte sich heraus: dieser jemand war ich.

Ich habe mir alles selbst beigebracht. Schnitt, Effekte, Storytelling — durch YouTube-Tutorials, Ausprobieren und hunderte Stunden vor dem Computer. Meine erste richtige Schnittsoftware war Power Director. Dann Magix Video Deluxe. Irgendwann Premiere Pro, das ich bis heute nutze.

Mit 17 habe ich mein erstes Hochzeitsvideo gedreht, meine erste Rechnung geschrieben — und war ab diesem Moment selbstständig. Nicht aus unternehmerischem Ehrgeiz. Einfach weil jemand gefragt hat, ich Ja gesagt habe, und es plötzlich mein Job war.

Studium, Überrot und die ersten großen Kunden (2010–2015)

2010 zog ich nach Dortmund, um an der Ruhr Akademie in Schwerte Filmregie zu studieren — mit Schwerpunkt Kamera und Licht. Parallel zum Studium habe ich 2012 Überrot Film und Design mitgegründet, eine der ersten Agenturen in Deutschland, die explizit unter dem Begriff „Bewegtbild-Marketing" arbeiteten. So hieß das damals. Heute nennt man es einfach Content.

Das waren wichtige Jahre. Ich habe gelernt, was es bedeutet, für einen Kunden zu filmen — nicht für sich selbst. Was es bedeutet, wenn eine Deadline eine Deadline ist, eine Marke Regeln hat und die Person am Tisch nicht interessiert, wie schön die Einstellung ist, sondern ob sie funktioniert.

2016: Die Gründung

2016 habe ich Format Fröhlich Filmproduktion gemeinsam mit meinem Vater Günter Fröhlich gegründet. Nicht in einem Co-Working-Space. Nicht mit einem Pitch-Deck. Wir haben uns zusammengesetzt, besprochen, was wir beide gut können — und beschlossen, gemeinsam etwas aufzubauen.

Er brachte jahrzehntelange unternehmerische Erfahrung mit. Ich brachte die Kamera, das Storytelling und die Kunden. Die Kombination war richtig. Sie ist es noch heute.

Die Jahre dazwischen: Oscar-Shortlists, 33 Länder, 300+ Projekte

Zwischen 2016 und heute ist viel passiert — einiges davon geplant, das meiste nicht.

2018

LA Shorts Best Drama — & der Beginn der Nomaden-Jahre

Als Kameramann (DOP) bei „Es wird besser" war ich an einer Produktion beteiligt, die den Best Drama Award beim LA Shorts International Film Festival gewann. Im selben Jahr begann die Zusammenarbeit mit Nomad Cruise — und ich landete auf einem Schiff im Atlantik, filmend für Communities digitaler Nomaden. Der Beginn von acht Jahren Reisearbeit in über 33 Ländern.

2020

Oscar-Selection — in einem Pandemiejahr

„Malou", ein Kurzfilm bei dem ich als DOP tätig war, gelangte in die offizielle Oscar-Selection für den besten Kurzfilm. 2020 war sonst ein Jahr, in dem fast alles stoppte. Wir haben Wege gefunden, weiter zu arbeiten — und gemerkt, dass viele Kunden plötzlich mehr Zeit hatten, über ihre Kommunikation nachzudenken.

2021

Oscar-Shortlist — als DOP & Produzent

„Du gehörst mir", gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW, erreichte die offizielle Oscar-Shortlist für den besten Kurzfilm. Ich war als DOP und — zum ersten Mal — vollständig verantwortlicher Produzent tätig. Die komplexeste Produktion, an der ich beteiligt war. Und eine der prägendsten.

2021–

Lehren in London

Seit 2021 bin ich Course Leader für den BA Hons Film and Media Production an der University of West London. Das Lehren dessen, was ich tue, hat mich besser in dem gemacht, was ich tue — denn man kann etwas nur klar erklären, wenn man es wirklich versteht.

2026

Zehn Jahre

300+ Projekte. 33+ Länder. Kunden von Dortmunder Start-ups bis zu internationalen Konzernen. Und ein Team, das von zwei Menschen in einem Apartment zu einer Produktionseinheit gewachsen ist, die quer durch Europa arbeitet.

Was uns zehn Jahre gelehrt haben

Ich könnte hundert Dinge aufzählen. Aber die drei, die unsere Arbeitsweise am grundlegendsten verändert haben, sind diese:

  • Das Briefing ist alles. Mehr als die Hälfte aller gescheiterten Filme scheitert, bevor eine einzige Einstellung gedreht wurde. Das Problem ist nicht die Umsetzung — es ist das Fehlen einer klaren Frage, die der Film beantworten soll. Wir verbringen heute mehr Zeit mit dem Briefing als mit fast allem anderen.
  • Authentizität schlägt Perfektion. Die Filme, die für unsere Kunden am besten funktioniert haben, sind fast nie die poliertesten. Es sind die, bei denen etwas Echtes durchkommt — eine Person, die wirklich glaubt, was sie sagt, ein Ort mit echtem Charakter, eine Geschichte mit echtem Anfang, Mitte und Ende.
  • Der Film ist nicht das Produkt — das Ergebnis ist es. Niemand rahmt einen Film ein und hängt ihn an die Wand. Ein Film ist ein Werkzeug. Er erreicht entweder etwas Messbares — mehr Anfragen, bessere Bewerbungen, schnellere Kaufentscheidungen — oder er nicht. Das hat verändert, wie wir am Anfang jedes Projekts Fragen stellen.

2026: Was kommt

Zehn Jahre später verlangsamen wir uns nicht. Wir werden selektiver — bei den Projekten, die wir annehmen, den Kunden, mit denen wir arbeiten, und den Geschichten, die wir erzählen. Nicht weil wir uns Arroganz leisten könnten, sondern weil wir gelernt haben: Die besten Arbeiten entstehen aus der richtigen Passung.

Wenn Sie für Ihr Unternehmen einen Film in Betracht ziehen — und bis hierhin gelesen haben — glaube ich, dass wir ein gutes Gespräch haben könnten. Kein Verkaufsgespräch. Ein Gespräch darüber, was Sie erreichen wollen, und ob wir die richtigen Menschen sind, um Ihnen dabei zu helfen.


Danke an alle, die die ersten zehn Jahre mitgemacht haben. An die Kunden, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben, die Crews, die immer da waren — und meinen Vater Günter, ohne den das alles in dieser Form nicht existieren würde.

Sprechen wir über Ihren nächsten Film.

30 Minuten, unverbindlich. Wir hören zu, was Sie erreichen wollen — und sagen Ihnen ehrlich, was das braucht.

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